Grenzüberschreitende Kooperation

EUropastunden in der Saargemünder Schule Lycée Henri Nominé

Zusammen mit Europ’age Saar-lor-lux haben wir, die Jungen Europäischen Föderalisten Saarland (JEF Saar) am 31. Mai 2018 einen EUropatag an der französischen Schule Lycée Henri Nominé in Saargemünd organisiert.

Rund 200 Schülerinnen und Schüler nahmen über den Tag verteilt an verschiedenen Workshops zum Thema Europa teil. Dabei kam es uns vor allem darauf an, das europäische Bewusstsein außerhalb der traditionellen Unterrichtsstrukturen zu schärfen. Den Schülerinnen und Schüler sollte spielerisch vermittelt werden, dass die Europäische Union (EU) Teil ihres Alltags ist.

So stellten wir im Rahmen einer Einführungsrunde alltägliche Dinge vor, die durch die EU geregelt werden und den Alltag der Schüler berühren oder in Zukunft berühren werden, wie zum Beispiel das von der Europäischen Kommission geplante kostenlose Interrail-Ticket für 18-Jährige EU-Bürger. Anschließend berichteten mehrere JEF-Mitglieder von ihren Erasmus-Erfahrungen, um zu zeigen, welche Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte die EU Studenten und Auszubildenden bietet.

Nach dieser kurzen Vortragseinheit durften die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden. Zusammen mit einigen Mitgliedern von Europ’age unter der Leitung von Esther Ribic betreuten jeweils ein bis zwei JEF-Mitglieder einen der fünf Workshops.

In zwei Diskussionsrunden sollten die Schülerinnen und Schüler angeregt werden, sich zum einen über aktuelle europäische Themen wie beispielsweise den Brexit oder die Asylpolitik Gedanken zu machen; zum anderen standen die europäischen Werte im Mittelpunkt der Gespräche. Gerade im Austausch zwischen den Generationen sollte herausgearbeitet werden, ob es seit der Gründung der Europäischen Union einen Wandel der Grundwerte innerhalb der EU gegeben hat oder nicht. Neben den thematischen Herausforderungen wurden auch noch die Deutschkenntnisse der Schülerinnen und Schüler auf die Probe gestellt, da die Workshops überwiegend in deutscher Sprache abgehalten wurden. Dabei mussten wir leider feststellen, dass die meisten Schüler sich mit dem Deutschsprechen schwertaten oder sich schlicht nicht trauten, das Wort zu ergreifen. So wurde im Ergebnis doch recht viel Französisch gesprochen.

Zwei weitere Workshops sprachen eher die Kreativität der Schülerinnen und Schüler an. So fand im Rahmen eines „Wordcafés“ ein Brainstorming zu dem Thema „Was bedeutet für dich Europa?“ statt, hier sollten die Schüler spontan eigene Erfahrungen einbringen bzw. ihre Sicht von Europa in kurze Schlagworte fassen. Dabei erwähnten die Schüler häufig, dass die Lage in der Grenzregion sich positiv auf ihr tägliches Leben auswirkt.

Ein weiteres Angebot bestand darin, mit Hilfe von Kreide das eigene Bild von Europa auf den Boden des Schulhofs zu bringen. Dabei entstanden sehr vielfältige kleine und große Kunstwerke, die auch in der nachfolgenden Woche den Schulhof des Lycée Henri Nominé zierten.

Schließlich waren noch geografische Kenntnisse gefragt: Auf einer großen Länderkarte sollten die 28 Mitgliedsstaaten und deren Hauptstädte zugeordnet werden. Während Frankreich, Deutschland und Italien oder Hauptstädte wie London oder Madrid schnell am richtigen Platz lagen, bereiteten gerade die osteuropäischen Staaten den Schülern Kopfzerbrechen. „Hier ist Kroatien!“ – „Nein, ich glaub’, das ist Ungarn.“ – „Ach Quatsch, Kroatien – da bin ich mir ganz sicher, ich war da letztens im Urlaub.“ – „Alles klar und wie heißt die Hauptstadt und wo ist eigentlich La Valetta?!“.

Alles in allem haben die Schülerinnen und Schüler einen interessanten und abwechslungsreichen EUropatag verbracht und werden – so hoffen wir es zumindest – mit der Europäischen Union in Zukunft viel Positives verbinden.

Wir danken dem Lycée Henri Nominé, vor allem dem Schulleiter Herrn Jean-Franois Reinert und der Deutschlehrerin Frau Sandra Wendling, sowie Europ’age für die gute Zusammenarbeit. Wir freuen uns schon auf weitere Kooperationen im nächsten Schuljahr. Vive l’Europe!